Selbstbaulampen / Wissenwertes

...hier kommen die Bastler zu Wort!

Selbstbaulampen / Wissenwertes

Beitragvon Illuminus am Do 26. Mär 2009, 14:07

Bild

So, ick stell hier mal ne kleine Auflistung zusammen für verschiedene Selbstbaulampen, da sich ja nicht jeder eine Lupine leisten kann oder die ausleuchtung mancher Lampen schlichtweg zu gering ist.

Das meiste kann man alles im IBC nachlesen, nur sind dort alle Informationen total verstreut und die meinermeinung wichtigen Dinge kommen da nicht ganz zur Geltung. Auch andere private Seiten bieten zwar viele Tips aba irgendwie is das alles nichts besonderes.

Erstmal ein Überblick zu den ganzen verschiedenen LED's


Bild
Cree XR-E 7090 Q5
Strom: 350-1000mA
Volt: 3,5 - 4,0V
max Lumen: 228
Preis: ca. 6€


Bild
Cree MC-E
Strom: 4x700mA (2800mA)
Volt: 3,2 - 3,9V
max Lumen: 752
Preis: ca 20€

Diese LED besteht aus 4 LED's welche in einem kleinen Körper zusammengefasst sind und einzeln angesteuert werden können.


Bild
Seoul P4
Strom:350-1000mA
Volt: 3,2 - 3,8V
max Lumen: 240
Preis: ca. 6€


Bild
Seoul P7
Strom: 2800mA
Volt: 3,6 - 4,2V
max Lumen: 900
Preis: ca. 28€

Diese LED besteht auch aus 4 einzelnen LED's in einem Körper, welche aber nur zusammen angesteuert werden können.

Diese LED's können dann je nach belieben eingesetzt werden.
Ich perönlich fahre drei Seoul P4 LED's.


Bild
Platine :
Diese LED's müssen auf eine Platine geklebt / verlötet werden, welche wiederum an einen Kühlkörper oder direkt an ein Gehäuse angebracht ist, um die entstehende Wärme (und die produzieren ordentlich) abgeführt werden kann. Je kühler die LED's gehalten werden, desto länger halten diese.
Für Lampen mit 3 oder 4 Cree XR-E oder P4 gibt es zb. hier für 3/4 LED im MR11 Format oder für 3 fache und die P7 / MC-Ehier.


Bild
Optik :
Da die LED's nicht ohne Optiken einen zu großen abstrahlwinkel hätten und man den Weg und Umgebung gut ausgeleuchtet haben will, muss man vor den LED's eine Optik anbringen. Dabei muss aber darauf geachtet werden, dass die Optik mit der verwendeten Platine passen.
Links: 3/4 fach für MR 11 oder hier : 3 fach und P7 / MC-E


Konstantstromquellen (KSQ) :
Um die LED's richtig betreiben zu können, muss man vor die LED's eine Konstantstromquelle setzen.
Dies braucht man um eine konstante gleichmäßige Ausleuchtung zu erzielen und um die Lebensdauer der LEd's zu verlängern.
Auf keinen Fall sollte man eine LED ohne eine geeignete Vorschaltung verwenden, da diese sehr schnell kaputt gehen!
Es gibt dabei 2 verschiedene Arten :

Step up Wandler
-wandeln eine geringere (oder bis zu einem bestimmten grenze auch höhere) Eingangsspannung in eine höhere Ausgangsspannung um.
(Gefahr hierbei ist, dass die Stromaufnahme zu hoch für einen NiMH / Li-Ion Akku werden kann, und dass die LED's durchbrennen sobald eine zu hohe Spannung angelegt wird !)

Step down Wandler
-wandeln höhere Spannungen in eine gewünschte niedrigere um.
(braucht einen Akku der min 1V höher ist als die gewünschte Ausgangsspannung)

Man sollte darauf achten, dass die KSQ einen möglichst hohen Wirkungsgrad haben (sehr gute haben bis zu 95 %)

Folgende KSQ haben sich bewährt:

Für 3-4 P7/XR-E LED's


Bild
MaxFelx V4
Diese KSQ kommt aus Australien, und ist sehr beliebt da sie mit hilfe eines Tasters gedimmt werden kann.
Sie ist ideal zum betreiben von bis zu 6 P4 oder XR-E LED's welche in reihe geschaltet werden.
Vorteil hierbei : ein kleiner Akkupack mit 7,4V und zB. 6900 mAh reicht für gut 3h Licht und man muss nicht zuviel mit rum schleppen.
Nachteil: sie benötigt ab 4 LED's eine seperate Kühlung und sollte daher mit dem Gehäuse verbunden werden.
Preis : 35 US$
Verwendet wird diese Schaltung zB. in der Grisu. Eine sehr beliebte Selbstbaulampe von einem Östereicher im IBC. Link zum Thema. Ich persönlich mag diese nicht, da sie immernoch überteuert ist (ca 300€).

Bflex
Fast genauso wie die maxflex, nur mit abgestimmer Programmierung für Radfahrer.

Bild
LED-Slave mit Dimmer
Hierbei handelt es sich um einen Stepdown Wandler mit Anschlussmöglichkeit von einem oder zwei Tastern um in 4er schritten oder Stufenlos die Helligkeit zu bestimmen.
Vorteil: kleiner als die Maxflex und günstiger. Wird kaum warm und hat eine sehr hohe Effiziens.
Nachteil: man muss einen größeren Akku mitnehmen, wobei auch solch einer leicht in eine Satteltasche passt.
Preis : 17,90€
Diese KSQ wird in Deutschland entwickelt und vertrieben. Den Entwikcler habe ich selber schonmal getroffen und im Falle eines Problems ist dieser sehr hilfsbereit. Diese Schaltung fahr ich selber und bin sehr zufrieden !


Für P7 / MC-E

Bild
KD Super
Diese KSQ ist eine sehr einfacher und günstiger Step down Wandler und ist vorallem für Umbauten von P7-LED Taschenlampen geeignet.
sie hat 3 Dimmstufen und gibt am Ausgang 3A aus.
Vorteil : Sehr kleine Bauweise, günstiger Preis.
Nachteil : Nur für eine LED, wird sehr warm, Bedieung des Dimmers (kein seperater Taster/geht über Ein/Aus schalten.
Preis: 12 US$


Bild
hipFlex
Step Down Wandler für bis zu 5x P7/MC-E LED's.
Sie hat keine interne Dimmstufe, diese muss mit der d2Flex extra erweitert werden.
Preis: 29€ + 22€ (Dimmer)


Bild
Black Power 1.1
Step Down Wandler für bis zu 4x P7/MC-E LED's.
Sehr kleine KSQ mit integrietem Dimmer zu einem aber auch relativ hohen Preis.
Preis: 53€ (ohne Dimmer 31€)
"...wo gehts lang?"
Benutzeravatar
Illuminus
Rollerfahrer
 
Beiträge: 23
Registriert: Mi 25. Feb 2009, 21:11
Wohnort: Berlin / Barmbek ;)

Re: Selbstbaulampen / How To

Beitragvon Illuminus am Do 26. Mär 2009, 14:25

Bild
(gehäuse von minorearth / IBC)

Das Gehäuse
Dies ist wohl das größte Problem.
Das gehäuse sollt möglichst leicht,klein,stabil,wassergeschützt und wenn man keinen seperaten Kühlkörper verwenden will möglichst noch sehr gute Wärmeleitwerte habe.
Ideal Für soetwas ist ein gedrehtes Alu Gehäuse, wo man die gesamte Elektrik und die LEDs unterbringen kann.
Leider habe ich bis heute keinen gefunden der mir soetwas für relativ schmalen Geldbeutel hätte bauen können.
(wenn sich jemand findet, wäre ich sehr froh!!!)


Bild
Bei meiner Lampe habe ich eine Auspuffblende für Autos aus Chrom mit einem 50mm Innendurchmesser verwendet
Diese kosten zwichen 10 und 17€ zB. bei ATU





Bild
Der Akku :

Mit das wichtigste, denn ohne Storm und Spannung passiert nix.


Bei den Akkus gibt es mehrere Möglichkeiten.
Früher wurden Blei/Gel Akkus verwendet, da diese damals erschwinglich, robust und die nötige Kapazität für die damaligen HID / Halogenspots mitbrachten.
Einige verwenden auch NiMh Akkus, welche an aus dem Modellbau kennt. Nur haben diese einen nicht zu verachtenen Memory Effekt und keine wirklich große Kapazität.
LI-Ion akkus haben in den letzten Jahren immer mehr an bedeutung gewonnen, da die Preise rapide gefallen sind. Diese benötigen aber auch eine bestimmte Sorgfalt im Umgang.
Wenn man weis wie is das aber Kein Problem.


Um günstig LI-Ionen Akkus zu bekommen haben sich in den letzten Jahren der Kauf von Camcorder Akkus bewährt.
Dort werden meistens qualitativ hochwertige 18650 Zellen für einen Spot Preis verkauft.

Besonders geeignet sind Akkus des Typs BP 945/941 mit 7,2V und 6900 mAh.
Diese kann man entweder bei Ebay bestellen, oder in Akku Onlineshops.

Um zwei Vorzustellen:

Bei Ebay:
E-batty bzw. Akku2000 von Ebay bietet oft einen 8000mAh Akku für 25€ an.
Diese Akkus sind meistens aus Zellen von verschiedenen Herstellern zusammengewürfelt, wodurch nicht immer die 8000mAh erreicht wird (mindere Qualität), aba für wenig geld auch völlig ausreichend.

Onlineshop:
Giseke der hier Angebotene 6900 mAh Akku besitzt 6 gleiche Zellen (meist Panasonic) und die Kapazität stimmt fast immer.
Preis: 37€


Bild
Ladegerät:
Grundsätzlich gilt, gute Akkus wollen gute ladegeräte (nur sind diese richtig teuer).
Und für unsere akkus reichen meistens die Aufladegeräte aus die man in den Shops mit erwerben kann.

Diese Kosten meistens 15€ und bestehen aus 4 Teilen.
Einem 240V Netzteil, einem KFZ netzteil dem ladegerät selber und einer Einbauschale passend für den Akku.
Es besitzt eine Status und eine Power LED wodurch erkennbar wird wann der Akku fertig geladen ist.
für einen 7,4V Akku mit 6900mAh kann er aber gut und gerne mal einen Tag brauchen bis er geladen ist.

Für unsere Zwecke muss dieser aber noch umgebaut werden, dies wird aber in einem Extra Thema besprochen.

Um eine Lampe mit einem Stepupwandler zu betreiben genügt es meisten einen dieser Akkus an die lampe anzuschließen.
Wenn man hingegen einen Stepdownwandler als Konstantstromquelle besitzt wie zB. die LED-Slave, dann muss man hierfür die in Reihe schlaten, sprich Minus an Plus.

Dabei kommt es aber immer öfter dazu, dass die interne Schutzschaltung im Akku, welche die Zellen vor Über/Unterladung sowie vor Kurzschlüssen schützt kaputt geht.
Um das zu verhindern gibt es eine einfache Möglichkeit dies mit zwei IRFZ44N Transistoren zu verhindern.
Diese werden an die Akkus angebracht und über einen Wechselschalter miteinander verbunden.
Hier ist der Schaltplan welcher von Ottmar Weber (Akkuotti im IBC) entwickelt wurde.

Wie man wo an dem Akku was anlötet erkläre ich in einem Extra Thema. (sonst leidet die Übersicht)


Kabel / Steckverbindungen
Ein großes Problem an Lampen können die Steckverbindungen und Kabel sein.
Besonders bei die P7 oder MC-E welche fast 3A ziehen, ist die Leitungsdicke sehr entscheidend, da sie sonst einen zu großen Widerstand bildet und die Leuchtkraft sowie die Leuchtdauer beeinflusst werden.
Ebenfalls muss garantiert werden, dass die Kabel auch bei niedrigen Temperaturen flexibel sind und nicht brechen.
Als empfehlenswert haben sich dabei Silikon ummantelte Kupferkabel mit 2x 0,75-2mm Stärke erwiesen.

Bild
Die Stecker sollten auch Spritzwassergeschützt und mit einem Lockerung/ trennungschutz versehn sein.
Als günstige Variante kann man Mini Tamiya Stecker aus dem Modellbau verwenden.
Diese bekommt man oft im 5er Pack für 3€ bei zB. Conrad oder Reichelt.de und werden mit hilfe von etwas Schrumpfschlauch gegen Spritzwasser geschützt.


Bild
Ich persönlich bevorzuge aber die Stecker und Kabel von Lupine.
Nur bekommt man diese leider nicht mehr einzeln von Lupine, sondern muss sich die Verlägerungskabel kaufen.
Da die Kabel aber eine sehr gute Qualität haben und die Stecker auch perfekt gegen Spritzwasser geschützt sind, sind 10€ für eine 120cm Verlängerungskabel schon gerechtfertigt.
Und je nach dem wo man Steckverbindungen anbringen will reichen 2-3 Kabel locker aus.



Taster/Schalter

Wenn man einen Dimmer an seiner Lampe verwenden möchte, kommt man um Taster und Schalter nich herrum.
Eine Möglichkeit ist es eine Taster zur Bedienung im Lampen gehäuse zu integrieren.
Eine andere Möglichkeit ist es ala Lupine eine kleine Fernbedienung an die Lampe anzubaun, welche man dann bequem an den Lenker oder Helm befestigen kann.
einen fertigen Taster gibt es zB. hier wobei man leicht sieht, das man diesen auch selber nachbauen kann. eine kleine Lochplatine + einem Mikroschalter und einem Schrumpfschlauch herrum.
wenn man einen durchsichtigen schrumpfschlauch verwendet, kann man ebenfalls noch Status LED mit integrieren welche zB. über den aktuellen Akkustatus auskunft geben können.

Testweise habe ich zurzeit diesen Folientaster von Conrad. Wobei dieser sich erst beweisen muss.
(Artikel-Nr.: 709905 - 62 + 709921 - 62 ca 4,80€)

Halterung

Um die Lampen zu befestigen schwören viele auf die Halterungen von Cateye under auf die von Lupine.
Bild
Das gute an der Lupine ist, dass man diese direkt an der Lampe befestigen kann und diese nich sehr hoch baut.
Bild
Bei der Cateye hingegen kann man leicht den Winkel einstellen und die Lampe mithilfe eines kleinen Hebels schnell abmachen.
Reine Geschmackssache ;)

Hoffe ich hab erstmal einen etwaligen Überblick geschaffen was man alles für eine Lampe brauch und wodrauf man Acht geben muss.

Dieses Thema werde ich noch weiter ausführen und noch einige Bauanleitungen von mir sowie von anderen Lampenbastlern hier einstellen.

ride on !
"...wo gehts lang?"
Benutzeravatar
Illuminus
Rollerfahrer
 
Beiträge: 23
Registriert: Mi 25. Feb 2009, 21:11
Wohnort: Berlin / Barmbek ;)

Re: Selbstbaulampen / Wissenwertes

Beitragvon climb am So 10. Mai 2009, 17:12

Über die Selektierung der LEDs sollte man vielleicht noch etwas sagen:
Da steht dann irgendwie noch so etwas wie "Q5" oder "R2" bei der Bezeichnung.
LEDs werden scheinbar gefertigt und dann erst nachgeschaut,
wieviel Licht sie abgeben.
Und je mehr Licht, desto teurer werden sie verkauft.

Da darf man im Preis nicht Äpfel und Birnen vergleichen.
Ausserdem lohnt es sich sicher nicht, wenn man Stunden in so eine
Lampe gesteckt hat, 3 Euro an der Diode zu sparen.
Und wenn die Selektierung nicht dransteht beim Verkauf: Obacht!
Und man muss immer die nicht ganz verständlichen Datenblätter
wälzen, wenn man so eine Diode kauft.

-------
Ein Wort zu den "legendären" Luxeon-Dioden, die wohlweislich nicht aufgeführt wurden:
Diese gehören - würde ich sagen bis auf dei Rebel - zum "alten Eisen":
Eine 3-Watt-Diode ist mitnichten gleich einer anderen 3-Watt-Diode.
Das Tubelight von Sigma hat so ein Ding drin- die Diode hat
dann ca. 45 Lumen/Watt bei einem Watt und da der Wirkungsgrad
sinkt wird das Teil ca. 100-110 Lumen bei 3 Watt liefern.
Und wenn ich von 6 Volt (Das ist eine Mistspannung für Netzteile)
dann auf die
3,7 Volt der Dioden heruntertransformiere stecke ich fast 5 Watt Leistung herein.
Für 110 Lumen. Das ist gerade mal 2-3x so viel wie eine Glühlampe.

Die 100 Lumen bekomme ich aber heutzutage aus einer 1-Watt-LED,
beispielsweise einer XR-E von Cree.

In der Triple Shot von Cateye stecken übrigens auch 3 Stück von denen 3-Watt-Luxeon drin.
Blöde beim Umbau ist dann, dass die Kollimatoren nicht oder nur schlecht
an eine andere Diode "Passen".
(Wobei die Original-Kollis beim Triple Shot sowieso irgendwohin streuen, nur nicht nach vorne)

Und:
Kollimatoren darf man nicht einkleben, um die Lampe wasserdicht zu bekommen!
Damit leitet man das Licht seitlich in den Klebstoff ab. Haben Kollegen gemacht-
das ist ziemlich ungeschickt. Das streut dann auch irgendwohin.

In diesem Sinne
Hermann
Benutzeravatar
climb
Rollerfahrer
 
Beiträge: 16
Registriert: So 3. Mai 2009, 19:25
Wohnort: Norderstedt


Zurück zu Licht-Bastel-Ecke



Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder

cron